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Ferien sind nicht nur Erholung: Warum Kinder manchmal mehr Pausen als Programm brauchen

  • Autorenbild: Marlies Ellhardt-Kohn
    Marlies Ellhardt-Kohn
  • 11. Juli
  • 2 Min. Lesezeit


Die Sommerferien sind da. Endlich ausschlafen, Eis essen, Ausflüge unternehmen, verreisen oder einfach einmal nichts tun. Für viele Familien ist diese Zeit die schönste des Jahres.


Und trotzdem höre ich nach den ersten Ferientagen immer wieder Sätze wie:

„Wir wollten doch nur einen schönen Tag verbringen – und am Ende gab es Tränen.“

„Unser Kind war plötzlich völlig gereizt.“

„Dabei hatten wir uns so viel vorgenommen.“


Vielleicht kennst du solche Situationen ebenfalls.

Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, lässt sich gut erklären: Ferien bedeuten zwar Erholung, gleichzeitig bringen sie aber auch viele Veränderungen mit sich.


Das Gehirn hat in den Ferien viel zu tun

Während der Schulzeit geben feste Abläufe Orientierung. Unterricht, Pausen, Hausaufgaben und vertraute Routinen sorgen für Vorhersehbarkeit.


In den Ferien verändert sich vieles gleichzeitig:

  • andere Schlafenszeiten

  • neue Orte

  • viele Begegnungen

  • ungewohnte Geräusche und Gerüche

  • Ausflüge

  • mehr Entscheidungen

  • weniger feste Strukturen


Für Erwachsene fühlt sich das oft nach Freiheit an.

Für manche Kinder bedeutet es jedoch zunächst eine enorme Reizflut.

Das Gehirn verarbeitet ständig neue Eindrücke. Je sensibler ein Kind ist, desto mehr Energie kostet diese Verarbeitung.


Nicht jedes Kind zeigt Überforderung gleich

Manche Kinder werden still.

Andere wirken gereizt oder unruhig.

Wieder andere streiten häufiger, ziehen sich zurück oder reagieren wegen einer Kleinigkeit sehr emotional.


Das bedeutet nicht automatisch, dass der Ausflug zu viel war oder etwas „nicht stimmt“.

Oft zeigt das Gehirn einfach: Heute reicht es für mich.

Gerade sensible Kinder brauchen nach intensiven Erlebnissen Zeit, um Erlebtes zu sortieren und innerlich wieder zur Ruhe zu kommen.


Weniger Programm kann manchmal mehr bewirken

Als Lerncoach und Lerntherapeutin erlebe ich immer wieder, wie wichtig gute Balance für Kinder ist.


Dabei geht es nicht darum, die Ferien möglichst perfekt zu gestalten.

Viel wichtiger ist ein gesunder Wechsel zwischen Aktivität und Erholung.

  • ein gemeinsames Eis

  • ein Nachmittag im Garten

  • ein Brettspiel

  • vorlesen

  • ein Spaziergang

  • Oder einfach einmal Langeweile zulassen.


Genau in diesen ruhigen Momenten verarbeitet das Gehirn viele neue Erfahrungen. Kreativität entsteht, wenn nicht jede Minute verplant ist.


Fünf kleine Ideen für entspannte Ferientage

🌿 Ein Ausflug pro Tag reicht oft völlig aus.

🌿 Nach aufregenden Tagen bewusst Ruhezeiten einplanen.

🌿 Auf ausreichend Schlaf achten  auch in den Ferien.

🌿 Kinder nicht permanent unterhalten. Eigene Ideen entstehen meist erst nach einer Phase der Langeweile.

🌿 Den Tag mit der Frage beenden: „Was hat dir heute besonders gutgetan?“


So richtet sich der Blick auf schöne Erlebnisse und stärkt gleichzeitig die Selbstwahrnehmung.


Mein Ferienimpuls für dich

Kinder brauchen in den Ferien nicht möglichst viele Programmpunkte.

Sie brauchen Menschen, bei denen sie sich sicher fühlen.

Nicht jeder Ferientag muss spektakulär sein.


Oft bleiben gerade die kleinen Momente in Erinnerung: gemeinsames Lachen, Zeit füreinander, Ruhe, Geborgenheit und das Gefühl, angenommen zu sein.


Ich wünsche euch wunderschöne Sommerferien mit vielen kleinen Augenblicken, die lange im Herzen bleiben.


Herzliche Grüße

Marlies Ellhardt-Kohn

Bildungshaus Seevetal

© Bildungshaus Seevetal · Marlies Ellhardt-Kohn · 2026

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